IgelTipp: Igel gefunden - was nun?

Mag. Michaela Zach

Der europäische Kurzohrigel,von welchem es zwei Arten gibt, den Braunbrust- und den Weißbrustigel, ist als Nützling ein schützenswertes Tier! Igel sind Wildtiere, die sich gut an das Umfeld des Menschen angepaßt haben. Allerdings ist für den Fortbestand der Art an sich eine natürliche Selektion gesund, in welche der Mensch nicht eingreifen sollte. Deshalb darf man im Herbst nicht jeden Igel wahllos einsammeln, sondern sollte diesem drolligen Gesellen wirkungsvoll verbesserte bzw. neue natürliche Lebensräume schaffen. Das kann jeder Tierfreund bereits in seinem eigenen Garten erreichen, indem er einerseits keine Biozide einsetzt, andererseits Kompost-, Laub-, und Reisighaufen stehenläßt, welche dem Igel Unterschlupf unterm Jahr, aber auch Winterquartier bieten. Voraussetzung dafür ist, daß diese im Herbst nicht weggeräumt werden.

Sollten allerdings im November untergewichtige Tiere, das sind Igel unter 500g ,oder auch im Frühjahr, wenn aufgrund von Temperaturschwankungen Igel plötzlich geschwächt aus ihrem Winterschlaf erwachen, gefunden werden, ist es anzuraten, diese Tiere einem fachkundigen Tierarzt vorstellig zu machen oder diese in ein Tierheim zu bringen. Dort kümmert man sich um die weitere medizinische Versorgung , da in diesem Falle solche Tiere den Winter nicht überleben würden.

Dennoch ist und bleibt der Igel ein Wildtier und sollte nur in Ausnahmefällen in menschlicher Obhut überwintert werden! Bedacht werden sollte, daß man für knapp 5 Monate eine große Verantwortung für das Tier übernimmt, mit dem Ziel, dieses nach den Eismännern wieder in seinem natürlichen Lebensraum auszuwildern.